• Heftiger Sonnensturm gefährdet GPS-Empfang und Stromversorgung

    Chancen auf Auswirkungen auf der Erde nach koronalem Massenauswurf liegen 25 bis 30 Prozent

    Washington - Auf unserer Sonne tobt derzeit ein gewaltiger Sturm dessen Auswirkungen nach Ansicht von Experten des US-Wetterdienstes NWS in einigen Stunden auch auf der Erde spürbar sein könnten. Bei dem von der US-Raumfahrtbehörde NASA beobachteten koronalen Massenauswurf (KMA) sei eine riesige Partikelwolke freigesetzt worden und habe sich anschließend über ein Gebiet von nahezu der halben Größe der Sonnenoberfläche gelegt.



    Laut NWS könnte die "dramatische Eruption" ab 20.00 Uhr MESZ am Mittwoch zu leichten bis mittelschweren geomagnetischen Stürmen führen. In der Folge könnte es in den nächsten Tagen zu Störungen bei der Satellitennavigation und der Stromversorgung auf der Erde kommen. Die NASA-Forscher gehen davon aus, dass es sich bei der Eruption um den heftigsten Sonnensturm seit 2006 handelt.

    "Streifschuss"

    Nach Ansicht des Space Weather Prediction Centers der US-Behörde NOOA dürfte die Erde aller Wahrscheinlichkeit aber nur einen "Streifschuss" abbekommen. Die Chance auf heftigere Effekte auf der Erde durch einen Magnetsturm liegen demnach bei 25 bis 30 Prozent. Die tatsächlichen Vorhersagemöglichkeiten sind schwierig: Ob es zu Störungen kommt, kann im Fall der Fälle frühestens zehn bis zwölf Minuten vor Eintreffen einer allfälligen Teilchenwolke mit Bestimmtheit gesagt werden.

    Bei einem solchen Flare werden geladene Partikel von der Sonne in einem gewaltigen Ausbruch ausgestoßen. Die explosionsartige Freisetzungen einer mehrere Millionen Kelvin heißen, magnetisierten Plasmawolke aus Protonen und Elektronen rast mit Geschwindigkeiten von mehreren Millionen Kilometern in der Stunde in den interplanetaren Raum hinaus.

    Wenn der Schutzschild versagt

    Derartige Ereignisse zählen vermutlich zu den spektakulärsten Erscheinungen in unserem Planetensystem: Die Energiemenge, die bei heftigen Flares freigesetzt wird, entspricht teilweise der gleichzeitigen Zündung von rund einer Milliarde Wasserstoffbomben. Große Sonneneruptionen und die dadurch entstehenden Sonnenstürme können auch negative Auswirkungen auf Elektronikgeräte haben - und zwar dann, wenn bei besonders heftigen Flares das irdische Magnetfeld, der überlebenswichtige Schutz der Erde vor dem Teilchenbombardement, löchrig wird.

    Besonders gefährdet sind dann Telekommunikationssatelliten oder die 20.000 Kilometer von der Erde entfernt im All kreisenden Satelliten des Navigationssystems GPS, von dem die moderne Luft- und Schifffahrt weitgehend abhängig ist. Auch in Stromnetzen können die Sonnenstürme Störungen verursachen. So führte 1973 eine Sonneneruption zu einem Stromausfall in der kanadischen Provinz Quebec - sechs Millionen Menschen saßen damals im Dunkeln.

  • Bundesliga Tipp Spiel

www.beliebtestewebseite.de